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Piep,piep,piep- Der Wecker riß sie unsanft aus ihren Träumen.

Ein noch verschwommenes düsteres Bild baute sich in ihren Augäpfeln auf , die noch viel zu müde waren um sich richtig zu öffnen.

Sie verfluchte den gerade erst begonnenen Tag und stand aus ihrem Bett auf um sich auf wackeligen Beinen ins ungeheizte Badezimmer zu begeben.

Das Wasser fühlte sich an , als käme es direkt aus dem Brunnen im Garten und sie frohr. Das machte sie wacher.

Sie saß eine weile lang frierend auf der Badewannenkante ohne wirklich zu wissen, wieso sie das tat. Sie fragte sich , ob es überhaupt Sinn machte, diesen Tag zu leben, oder ob sie nicht einfach die Augen wieder schließen könnte und weiterträumen könnte , dort , wo sie zuletzt aufgehört hatte.

Nein- das war unmöglich.

Und so raffte sie sich auf , zog sich an und machte sich in Eile ein Paar Brote für die Schule, schmiß diese in ihren Rucksack und beeilte sich rechtzeitig zum Bus zu kommen.

Ihre Musik dröhnte in ihren Ohren und sie beförderte sie in eine Art Rauschzustand. Sie war auf einmal wieder in ihrer Welt, diese ,die sie mochte. Wo niemand ihr irgendwas sagen konnte und niemand da war , der ihr schaden wollte.Sie stand nun an der Bushaltestelle, in ihr spielte diese Musik , sie genoß jeden Ton und jedes Wort. Der Bus kam und sie stiegt mit schmerzenden Gliedern und einem zittigen Gefühl in den Bus. Der Bus war voll und sie fühlte sich auf einmal komisch. Die Musik war auf einmal Nebensache und sie wurde in den kalten klaren Frühlingsmorgen zurückgerissen.

Sie spührt jeden einzelnen Blick auf ihrer Haut , die Leute starrten sie an , es war unerträglich aber sie war ohnmächtig etwas dagegen zu tun .Ihre hastigen Blicke suchten einen Platz , wo sie möglichst ungestört und alleine sein konnte , doch sowas ist in einem vollen Bus schier unmöglich.Am liebsten hätte sie ihren Rucksack aufgemacht , wäre hinein gekrochen und hätte ihn von innen verschloßen.

Sie entschloß sich stehen zu bleiben und versuchte erneut in ihren Träumen zu versinken.

Sie guckte aus dem Fenster und schaute sich die wunderschönen bauschigen Quellwolken an dem strahlend blauen Himmel an. Die zogen einfach so vorbei ohne Notiz davon zu nehmen , was unter ihnen geschah. So wollte sie auch gerne sein, sie wünschte sich ,d ass es ihr egal sei , dass andere sie anzugucken schienen und dass andere über sie lästerten , dass es sie einfach nicht interessierte , was sie sagen und dass sie einfach für sich sein konnte.

Der Bus fuhr an die Endhaltestelle und alle stiegen aus. Es erinnerte sie ein bisschen an einen Ameisenhaufen , der sich rücken an Rücken aus dem Bus drängte, so als würden sie auf der Flucht sein.

Ein kühler Windhauch fuhr ihr durch ihre schwarzen langen Haare und sie machte sich auf den Weg dahin, wo sie nie sein wolle.- Die Schule.

Mit einem flauen Gefühl in der Magengegend begab sie sich mit musikalischer Unterstützung auf den Schulweg. Er kam ihr kurz vor ,als sie an der Schule ankam. Sie öffnete die große rote Tür des Haupteingangs und nahm sofort den modrigen Geruch der Schule war. Ein Grauen fuhr ihr durchs Gemüt. Sie blieb kurz stehen und sammelte sich.

Erste Stunde.

Mathematik.

Sie hasste alle Fächer in der Schule aber Mathematik übertraf bei weitem alles. Mit langsam ansteigenden Aggressionen stieg sie die Treppe hinauf ohne wirklich einen Sinn dafür zu finden. Aber sie musste funktionieren, funktionieren wie jeder andere Schüler es mehr oder weniger auch tat. Sie war nun in der Klasse angekommen ohne irgendjemanden dort guten Morgen gesagt zu haben , denn was sollte an diesem Morgen auch schon gut sein , dachte sie sich und kritzelte wortlos auf ihrem Matheheft herum.Sie wünschte sich jetzt ihre Musik da zu haben um einfach abzuschalten.

Auf einmal knallte die Tür.

Sie wusste genau, wer gerade den Raum betreten hatte, sogar ohne hinzugucken, alleine an der Art wie die Tür ins Schloß flog. Ein merkwürdiges Gefühl machte sich in ihr breit. Es war eine Mischung aus Aggressionen, Angst und Ohnmächtigkeit.

Ihr Mathelehrer eröffnete seine Unterrichtsstunde in seiner jedesmal monoton arroganten Art, die sie einfach hasste, genauso wie seinen Unterricht, Ihn und das Fach ,dass er unterrichtete. Ihr Hände waren zu Fäusten geballt und sie war so angespannt, dass man ihr das am Blick ablesen konnte. Hasserfüllt musterten ihre Augen diesen Lehrer. Genau diesen , den sie gerne aus dem Fenster werfen würde und genau diesen , dessen Gelaber eine Belästigung für ihre Ohren darstellte. Es ging alles an ihr vorbei ,sie konnte seiner Stimme einfach nicht zuhören und wenn sie ehrlich war , wollte sie das auch gar nicht. Ihre schlechte Laune im Coktail mit den Aggresionen, ihrem Selbsthass und dem Unsinn ,den sie in all dem hier sah, brachte sie dazu eine neue Dimension von unvorstellbaren Hass auf alles um sie herum zu entwickeln. Es klingelte und sie war heilfroh , dass diese Stunde endlich ein Ende hatte und rannte auf Toilette. Sie zitterte. Sie hielt es nicht mehr aus. Tränen standen in ihren schwarz geschminkten Augen. Sie hörte unbewusst die Stimmen anderer Mädchen. Ihr Körper bebte vor Wut und schließlich zog sie eine Rasierklinge aus ihrer Schultasche. Gut versteckt in einer Tacxhentuchpackung hatte sie sie immer dabei, falls sie Trost brauchte. Mit feuchten zittrigen Händen setze sie an. Sie wusste , dass das , was sie dort gearde tat nicht richtig war und doch tat es ihr in diesem Moment so gut. Ein stechendes Gefühl trieb ihr Tränen in die Augen . Als die Klinge sich sanft an ihre Haut schmiegte , wie ein Freund, der sie in den Arm nahm. Es wurde warm um sie herum. Alles irreal . Wie ein Junky auf einem Tripp. Dunkelrotes wunderschönes Blut trat aus dem kleinen zarten Schnitt hinaus und ihr Körper schrie nach mehr. Nochein Schnitt. Und noch einer. Ihre Seele war frei , frei von Gedanken und es ging ihr unheimlich gut. Alles um sie herum wurde still und es störte sie nichteinmal , dass es schon geklingelt hatte und das Blut immernoch in verschiedenen Bahnen pausenlos ihren Arm hinunterlief. Im Gegenteil. Sie beobachtete das Blut. Krank. Sie dachte an nichts und sie hatte den stand erreicht , den sie sich vorhin im Bus noch gewünscht hatte. Alles war ihr egal. Alles machte nun einen Sinn, sie genoß ihren Zustand in vollen Zügen.

Sie saß dort eineinhalb Stunden und hatte demeinsrechend alles verpasst, was in dieser Zeit gelaufen war, doch es war ihr egal. Es war auch allen anderen egal gewesen , denn sie war wie unsichtbar. Niemand hatte nach ihr gefragt, nichtmal die Lehrer nahmen ihr Fehlen war. Ein matter gleichgültiger Zustand machte sich in ihr breit und sie lebte den ganzen Tag in ihrer Welt. Als sie Mittags nach Hause kam- sie wusste ncihteinmal , wie sie dorthin gekommen war- verzog sie sich in ihr Zimmer und bemerkte ihr misshandeltes, brennendes Handgelenk. Sie war müde und erschöpft und so legte sie sich ins Bett und es war ihr egal , dass es etwas zu essen gab , genauso , wie es ihr egal war , dass eine "Freundin " angerufen hatte und genauso wie es ihr egal war ,d ass sie mal wieder einen Tag verschwendet hatte . Aber sie hatte diesen Tag überlebt. Sie schlief ein ....

16.8.07 15:27
 


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